POWER.ON

 

Alte Markthalle in
Ingelheim am Rhein

 

 

 

 

Technik spielen
Mechanik begreifen
Ideen wachsen lassen

Pattern Crime – Eine Druckmaschine in der ehemaligen Feuerwehrfahrzeughalle Ingelheim

Im Rahmen der MiMa POWER.ON – eine faszinierende Reise in die Welt der Maschine ist eine weitere Kunstaktion geplant, Kunst trifft Maschine! Unser Projekt im Kultursommer Rheinland-Pfalz

Die Bildende Künstlerin Katja von Puttkamer greift den technisch-mechanischen Themenbereich der MiMa auf und richtet mit direktem räumlichen Bezug zur Familienausstellung ein temporäres offenes Atelier ein. In der hinter der Alten Markthalle liegenden, erst kürzlich aufgegebenen Fahrzeughalle der Feuerwehrwache Ingelheim wird sie eine Tief/Hochdruckpresse in der Größe von 160 x 230 x 100 cm aufstellen. Drumherum installiert sie die notwendigen Werkzeuge, Papiere, Farbe, Säge, Schleifgerät, Schneidgeräte, Farbwalze, Lithostein, Lineale und Zeichenwerkzeuge. Das Aufeinandertreffen von zwei ganz unterschiedlichen Arbeitswelten ist Inspirationsquelle für das künstlerisches Vorgehen. Die alten feuerwehrtechnischen Einrichtungen der Halle mit ihren prägenden Rolltoren sind nach wie vor sichtbar. Dieser durch Umnutzung neu gewonnene Arbeitsraum bildet den Rahmen für eine intensive Auseinandersetzung mit den Avantgarden.

Wie auch in Bildwerken aus den frühen Jahren der Industrialisierung soll Kunst und Leben abstrakt zusammengebracht werden. Dazu lässt sich die Künstlerin von architektonischen Formen und Designs inspirieren, etwa von Malewitsch, Popowa, Stepanowa, und experimentiert, angeregt durch die Raumcharakteristik, mit eigenen Mustern, Strukturen und Materialien.

Die den Künstlern der Avantgarden inne liegende visionäre Kraft ist Ausdruck für den radikalen Aufbruch in ein neues Zeitalter: der gefühlt allgegenwärtigen Beschleunigung am Beginn des 20. Jahrhunderts steht die Zersplitterung, die Auflösung der gegenständlichen Welt in Kunst und Wahrnehmung gegenüber. Dieser Gedanke setzt den Kontrapunkt zu der MiMa-MitMachMaschine, die ab Juli raumgreifend in der Alten Markthalle installiert werden wird. Während der Laufzeit der MiMa erweitern die BesucherInnen die Maschine und verändern sie immer wieder. Durch ein umgebautes Fahrrad können sie Kraft erzeugen, Glühbirnen zum Leuchten bringen und Räder in Bewegung setzen. An diese Räder werden gedruckte Bildmotive der Druckwerkstatt montiert und es entsteht ein Spiel mit Wahrnehmung. Die pure Technik erhält eine Aura.

Am 29.08.22. wird die Künstlerin die Arbeit in der Feuerwehr-Druckwerkstatt ihre Arbeit aufnehmen. Ab dem 9.9.22 können die BesucherInnen ihr bei der Arbeit an der Druckmaschine zuschauen. Die entstandenen Arbeiten werden in der Feuerwehrfahrzeughalle und in der Alten Markthalle präsentiert. Abschließend dokumentiert eine gedruckte Zeitung in limitierter Auflage den kreativen Prozess und verweist schließlich auf das Aufkommen der Massenmedien, die wie ein Leitfaden durch die destabilisierte Welt führen sollten.

Die eingerichtete Druckwerkstatt bleibt auch nach dem künstlerischen Projekt weiter bestehen und wird im Anschluss von der Mitmachausstellung genutzt. Hier finden Workshops mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen statt. Die erarbeiteten Musterbeispiele der Künstlerin geben Anregung, wie mit den bereitgestellten Materialien gearbeitet werden kann. Begleitet werden diese Workshops vom MiMa Team. Die Erzeugnisse von Pattern Crime sollen als Spur in die Mitmachausstellung einfließen und den besonderen Einfluss der Avantgarden auf die Ästhetik und kulturelle Wahrnehmung von Maschinen in Kunst, Medien, Produktion und Reproduktionstechniken zu Beginn des Maschinenzeitalters hervorheben.

Pattern Crime wurde ermöglicht durch eine Förderung des Kultursommers Rheinland-Pfalz.